Airbus: Zulieferer sorgen für Probleme

Nach einem guten Jahresauftakt ist die Airbus-Aktie zuletzt in den Sinkflug übergegangen – das Minus seit Jahresanfang beträgt in zwischen gut 7 Prozent. Der weltgrösste Flugzeugbauer plant 2026 zwar die Auslieferung von 870 Flugzeugen, was ein neuer Rekord wäre, doch hatten Analysten mit mehr gerechnet. Engpässe in der Lieferkette, Materialknappheit und Probleme bei Zulieferern bremsen die Produktion. Die Auftragsbücher sind jedoch prall gefüllt, was die Produktion über Jahre sichert.

Deutschlands Bundeskanzler Friedrich Merz befindet sich aktuell auf China-Reise. Gleich bei seinem Empfang konnte er einen Grossauftrag verkünden – China will weitere 120 Flugzeuge bei Europas Flugzeugbauer Airbus bestellen. Für Airbus sicher eine gute Nachricht, doch sind die Aufträge derzeit bei dem Flugzeugbauer leider gar nicht das Problem. Im gerade abgelaufenen Geschäftsjahr konnte Airbus exakt 1’000 Bruttobestellungen für Verkehrsflugzeuge an Land ziehen. Nach Stornierungen beliefen sich die Nettobestellungen auf 889 Flugzeuge, was immerhin ein Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr von knapp 8 Prozent bedeutet. Der Auftragsbestand erreichte Ende 2025 mit 8’754 Verkehrsflugzeugen einen Rekordwert. Darüber hinaus verzeichnete Airbus Helicopters im Jahr 2025 Nettobestellungen von insgesamt 536 Einheiten, nach 450 Einheiten im Vorjahr. Der Absatz erscheint damit über Jahre gesichert, wenn nicht sogar über ein Jahrzehnt.

Doch den Flugzeugbauer plagen derzeit Probleme. Engpässe in der Lieferkette, Materialknappheit und Probleme bei Zulieferern bremsen die Produktion. Probleme bereitet beispielsweise der Triebwerkshersteller Pratt & Whitney, der die bestellte Zahl von Triebwerken nicht liefern kann. Bereits in den vergangenen Jahren hatte Airbus seine Auslieferungsziele wegen der Verzögerungen bei der Lieferung von Triebwerken und anderen Bauteilen mehrfach verfehlt. 2025 konnten die Triebwerkshersteller ihre Rückstände aus der ersten Jahreshälfte zwar noch aufholen, doch durchkreuzten danach ausbleibende Rumpfteile die Pläne des Managements. Wegen Qualitätsmängeln an bestimmten Verkleidungen musste Airbus ab November Hunderte schon fertige Jets überprüfen. Statt der ursprünglich geplanten 820 Maschinen übergab der Hersteller 2025 daher nur 793 Flugzeuge an seine Kunden.

Für 2026 stellte Airbus jüngst die Auslieferung von 870 Flugzeugen in Aussicht, was zwar ein neuer Rekordwert wäre (bisheriger Rekord 863 aus dem Jahr 2019), die durchschnittlichen Analystenerwartungen von mehr als 900 Flugzeugen jedoch deutlich verfehlen würde. Danach ging die Aktie in den Sinkflug über, was sich für langfristig denkende Anleger jedoch als gute Einstiegsgelegenheit erweisen könnte.

Doch trotz aller Probleme übertraf Airbus im Gesamtjahr 2025 seine Finanzziele und schnitt sogar besser ab als von Analysten im Schnitt erwartet. So wuchs der Umsatz um 6.1 Prozent auf 73.4 Milliarden Euro, während der bereinigte operative Gewinn um ein Drittel auf etwas mehr als 7.13 Milliarden Euro kletterte. Unter dem Strich stand ein Überschuss von 5.22 Milliarden Euro zu Buche, was 23.4 Prozent mehr war als im Vorjahr.

Airbus – Stand: 26.02.2026 Quelle: investing.com

Airbus ist weiterhin ein stark wachsendes Unternehmen. Höhere Wachstumsraten verhindern derzeit leider die Zulieferer. Doch diese Probleme dürften früher oder später nachlassen. Für die Airbus-Aktie müssen Interessenten derzeit rund 185 Euro bezahlen. Mitte Januar waren es noch 221.25 Euro. Aus charttechnischer Sicht besteht aktuell nicht zwingend Handlungsbedarf. Die Aktie ist erst vor wenigen Tagen unter ihren aktuell bei 189.70 Euro verlaufenden 200-Tage-Durchschnitt gefallen. Das Dezember-Tief bei 182.46 Euro wurde jüngst zwar unterschritten und bei 180.22 Euro ein beinahe 6-Monats-Tief erreicht, doch konnte sich die Aktie inzwischen wieder leicht erholen. Das Chartbild würde sich wieder deutlich aufhellen, wenn die 200-Tage-Linie zurückerobert würde. Gleichzeitig würde sich dann Erholungspotenzial bis zum aktuell bei 199.36 Euro verlaufenden 38-Tage-Durchschnitt eröffnen. Das Überqueren des Verlaufshochs vom 18. Februar bei 201.20 Euro würde dann ein kräftiges Kaufsignal generieren und den Weg in Richtung Rekordhoch vom Januar bei 221.25 Euro frei machen.

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