Nvidia: Chip-Gigant günstiger als S&P 500

Die Aktie des an den Finanzmärkten wertvollsten Unternehmens der Welt, Nvidia, hat eine längere Durststrecke hinter sich. Seit dem Hoch im Oktober hatte die Aktie zuletzt mehr als 20 Prozent verloren, was gleichbedeutend mit einem Rückgang der Marktkapitalisierung von mehr als einer Billion Dollar war. Für den Rückgang gab es mehrere Gründe. Gestern schoss die Aktie jedoch wieder um mehr als 5 Prozent nach oben. Ist die Korrektur damit beendet?

Am 29. Oktober kletterte das Papier des Chipkonzerns Nvidia auf ein neues Rekordhoch bei 212.19 US-Dollar, ehe es in eine Konsolidierungsphase überging, die bis heute andauert. Am Dienstag sackte die Aktie im Tief bis auf 164.27 Dollar ab, womit sie vom Hoch um mehr als 22 Prozent nachgegeben hatte. Die Marktkapitalisierung des Unternehmens sank damit unter 4 Billionen Dollar. Erst im Oktober hatte Nvidia als erstes Unternehmen überhaupt eine Börsenbewertung von mehr als 5 Billionen Dollar erreicht, sodass nun mehr als eine Billion Dollar Börsenwert verloren ging. Gestern kam es dann zu einer kräftigen Gegenbewegung um 9.23 Dollar oder 5.59 Prozent auf 174.40 Dollar.

Für die kräftige Erholung gab es mehrere Gründe. Zum einen lag am Dienstag bereits eine leicht überverkaufte Marktphase vor. Zudem berichtete das weltbekannte US-Wirtschaftsmagazin Barron’s von einem Novum – erstmals seit mehr als 13 Jahren wurde der KI-Gigant mit einem Forward-KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der Gewinnschätzungen für das laufende Geschäftsjahr) von 19.7 günstiger gehandelt als der Durchschnitt des S&P 500, dessen KGV zu diesem Zeitpunkt bei 20.3 lag. Für viele Marktbeobachter war der Markt für Nvidia viel zu pessimistisch eingestellt. Ob sich dies nun mit dem gestrigen Kurssprung ändert, muss abgewartet werden. Für Rückenwind sorgte gestern aber auch noch die Nachricht, dass Nvidia eine bedeutende Investition in Höhe von 2 Milliarden US-Dollar in Marvell Technology getätigt hat. Diese Partnerschaft zielt darauf ab, die KI-Infrastruktur durch die Integration von Marvell-Komponenten in die Nvidia-Plattform zu revolutionieren. Die Nachricht führte beiden Aktie zu kräftigen Kursgewinnen, was die strategische Bedeutung dieser Allianz im globalen KI-Markt unterstreicht.

Die jüngsten Geschäftszahlen, die Nvidia publiziert hat, konnten sich erneut mehr als sehen lassen. Der Chip-Gigant erzielte im vierten Quartal (endete am 25. Januar 2026) einen Rekord-Quartalsumsatz von 68.1 Milliarden Dollar, was ein Anstieg von 73 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal bedeutet. Der Gewinn kletterte auf Jahressicht sogar um 94 Prozent auf 42.96 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr stiegen die Erlöse gegenüber dem Vorjahr um 65 Prozent auf knapp 216 Milliarden Dollar, während der Gewinn ebenfalls um 65 Prozent auf rund 120 Milliarden Dollar kletterte. Mit diesen Zahlen konnte Nvidia die durchschnittlichen Analystenerwartungen abermals deutlich übertreffen. Und auch der Ausblick konnte sich sehen lassen. Nvidia peilt im laufenden Quartal Umsätze in Höhe von 78 Milliarden Dollar an, was die Analystenprognosen um gut 5 Milliarden Dollar übertrifft.

Nvidia – Stand: 31.03.2026 Quelle: investing.com

Bei Nvidia deutet derzeit wenig auf ein sich verlangsamendes Wachstum hin, weshalb die jüngste Marktkonsolidierung verfrüht gewesen sein könnte. Die Konsolidierung könnte aber auch dem unsicheren Marktumfeld geschuldet sein, denn als weltweit am einfachsten zu handelnde Aktie wird Nvidia in Krisenzeiten oft schnell verkauft, um Liquidität zu generieren. Nun scheint sich die Lage im Nahen und Mittleren Osten zu entspannen, womit die Marktteilnehmer ihre „Favoriten“, zu denen zuletzt stets das Nvidia-Papier gehörte, wieder einsammeln könnten. Auch aus charttechnischer Sicht zeichnet sich eine Entspannung ab. Die Aktie fand am Dienstag in etwa an ihrem September-Tief bei 164.07 Dollar Halt, was als positives Zeichen gewertet werden kann. Aktuell steuert sie auf ihre gleitenden Durchschnitte der vergangenen 200 Tage bei 179.49 Dollar und 50 Tage bei 182.82 Dollar zu. Mit der Rückeroberung der 200-Tage-Linie würde sich die Chart-Situation deutlich entspannen. Wird auch der 50er-Durchschnitt überquert, hellt sich das übergeordnete Chartbild sogar gravierend auf. Mögliche Anlaufziele könnten danach das März-Hoch bei 188.88 Dollar und das Februar-Hoch bei 197.63 Dollar sein, ehe das Rekordhoch vom Oktober bei 212.19 Dollar wieder in den Fokus rücken könnte.

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📊 Makro im Fokus: Am Nachmittag stehen die US-ADP-Beschäftigtenzahlen (14:15 MEZ), die US-Einzelhandelsumsätze (14:30 MEZ) sowie der ISM-Einkaufsmanagerindex (16:00 MEZ) im Fokus – wichtige Impulsgeber für USD, Zinsen und die Konjunkturerwartungen.

🇨🇭 Unternehmenszahlen: Für Schweizer Trader stehen heute insbesondere Orascom Development sowie FORTEC Elektronik und JENOPTIK im Fokus.

📈 Ausblick: Mehrere US-Daten am Nachmittag könnten für erhöhte Volatilität sorgen – eine neutrale, datenabhängige Positionierung bleibt zum Start in den Handelstag angezeigt.