Der deutsche Leitindex DAX hat in dieser Woche ein neues Rekordhoch erreicht. Grossen Anteil daran hatte die Aktie des Versicherungskonzerns Allianz, die mit einer Marktkapitalisierung von annähernd 160 Milliarden Euro zu den Schwergewichten im DAX gehört und in dieser Woche ebenfalls auf neue Rekordhöhen kletterte.
Versicherungskonzerne stehen derzeit in der Gunst der Anleger. Die Zinsen sind zuletzt vor allem in Europa wieder leicht gestiegen. Versicherer investieren Prämieneinnahmen verstärkt in Staats- und Unternehmensanleihen sowie in andere festverzinsliche Wertpapiere. Steigen die Zinsen, können neu angelegte Gelder höhere Renditen erzielen. Wegen gestiegener Kosten für Ersatzteile und Reparaturen sowie Baukosten allgemein konnten die Versicherer ihre Beiträge in vielen Sparten zuletzt erhöhen. Teils stiegen die Prämien sogar stärker als die Schadenszahlungen, was die Profitabilität der Konzerne verbesserte. Die Kombination aus höheren Kapitalerträgen, gestiegenen Versicherungsprämien und Effizienzsteigerungen schafft gute Voraussetzungen für sprudelnde Gewinne.
Die guten Voraussetzungen spiegeln sich auch in der Bilanz des Münchener Versicherungskonzerns Allianz wider. Im ersten Quartal konnte der Konzern sein operatives Ergebnis im Jahresvergleich um 6.6 Prozent auf einen neuen Rekord von 4.52 Milliarden Euro steigern. Der bereinigte Quartalsüberschuss erhöhte sich um 48.4 Prozent auf 3.79 Milliarden Euro. Wesentlicher Treiber war der Verkauf der Anteile an einem indischen Joint Venture. Bereinigt um diese Veräusserungseffekte und kompensierende Massnahmen wuchs der Überschuss jedoch auch um starke 7 Prozent.
Die Allianz-Aktie steigt derzeit nahezu täglich auf neue Rekordhöhen. Der Start in das Börsenjahr 2026 verlief allerdings alles andere als freundlich – die Aktie sackte Anfang März bis auf 338.80 Euro ab, womit das Minus seit Jahresanfang bereits mehr als 13 Prozent betrug. Danach startete die Aktie jedoch eine starke Aufwärtsbewegung. Aktuell notiert das Allianz-Papier bei 420.50 Euro – ein Plus von mehr als 7 Prozent seit Jahresanfang. Am gestrigen Dienstag setzte die Aktie bei 424.00 Euro ein neues Rekordhoch.
Die Analysten der Privatbank Berenberg sorgten jüngst für Furore, als sie das Allianz-Papier auf „Kaufen“ stuften und das Kursziel von 504 auf 684 Euro anhoben. Nach Meinung der Experten werden die aktuellen Bewertungen einiger grosser europäischer Kompositversicherer, zu denen auch der Münchener Versicherer zählt, den Verbesserungen in den Geschäftsmodellen und Finanzkennziffern nicht gerecht.
Zusätzliche Kursfantasie bei der Allianz-Aktie verspricht das laufende Aktienrückkaufprogramm des Konzerns. Allein in der ersten Juliwoche erwarb die Allianz ungeachtet neuer Rekordhöhen knapp 295’000 eigene Anteilsscheine über die Börse. Seit dem Start des Programms im März hat der Konzern damit fast vier Millionen Papiere vom Markt genommen. Das Aktienrückkaufprogramm hat ein Volumen von 2.5 Milliarden Euro, wovon aktuell erst knapp 60 Prozent verbraucht sind.
Und auch für Dividendenjäger ist die Aktie interessant, denn die Allianz zählt seit Jahren zu den verlässlichsten Dividendenzahlern im DAX. Seit 2009 wurde die Dividendenzahlung nicht mehr gekürzt. Zuletzt zahlte der Konzern 17.10 Euro je Aktie, was einer aktuellen Dividendenrendite von mehr als 4.0 Prozent entspricht.
Nach Meinung der Berenberg-Experten hat die Aktie also noch Aufwärtspotenzial. Aus charttechnischer Sicht ist der Weg nach oben aktuell unverbaut. Ein mögliches Anlaufziel könnte die runde 500-Euro-Marke sein.
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