Der KI-Boom hat bei vielen Unternehmen einen Wachstumsschub ausgelöst. Dies gilt auch für Unternehmen, die sich um die IT-Sicherheit kümmern. Sogenannte Cybersecurity-Anbieter werden insgeheim sogar zu den Hauptprofiteuren des KI-Booms gezählt, denn je schneller sich KI verbreitet, desto grösser wird der Bedarf an IT-Sicherheit. Die Aktien des US-Unternehmens CrowdStrike standen gestern erneut in der Gunst der Anleger.
Mit einem Zuwachs von mehr als 12 Prozent waren die Aktien des Cybersecurity-Unternehmens CrowdStrike gestern die mit Abstand begehrtesten im Technologie-Leitindex Nasdaq 100. Auch andere Unternehmen der Branche wie etwa Palo Alto Networks oder Fortinet waren gestern stark gefragt. Der Auslöser waren Aussagen von IBM-Chef Arvind Krishna zum Thema IT-Sicherheit. IBM legte gestern enttäuschende Quartalszahlen vor – die Aktie brach um mehr als 25 Prozent ein. Krishna begründete die schwachen Zahlen unter anderem mit der Zurückhaltung der Kunden, die wegen zunehmender Cyberrisiken Investitionsentscheidungen überdenken würden.
Mit dem Boom moderner KI-Anwendungen ist der Bedarf an Cybersicherheitslösungen enorm gestiegen. KI-Modelle müssen gegen Datenlecks, Manipulationen, Identitätsdiebstahl und Modellmissbrauch geschützt werden. Denn dummerweise werden auch die Cyberangriffe mit KI immer effizienter. Hacker können mit KI überzeugendere Phishing-Mails erstellen. Schadsoftware lässt sich zudem schneller entwickeln und anpassen. Automatisierte Angriffe werden somit günstiger und skalierbarer.
Aus Angst, dass Cyberangriffe durch KI schneller und raffinierter werden könnten, müssen die Unternehmen deutlich mehr in IT-Sicherheit investieren. KI macht nicht nur Unternehmen produktiver, sondern verschafft auch Angreifern neue Werkzeuge. Genau deshalb wächst der Markt für digitale Sicherheit nahezu im Gleichschritt mit dem KI-Markt.
Die gestiegene Nachfrage nach Cybersicherheit spiegelt sich bereits in den Zahlen von CrowdStrike wider. Im ersten Quartal erzielte das Unternehmen einen Umsatz von 1.39 Milliarden US-Dollar, was den Vorjahreswert um 24 Prozent übertraf. Positiv überrascht haben vor allem die Netto-Neueinnahmen aus wiederkehrenden Einnahmen (ARR) von 255.8 Millionen Dollar, was einen neuen Rekordwert markierte und den Vorjahreswert um 32 Prozent übertraf. Für das Gesamtjahr gab sich das Unternehmen optimistisch und peilt einen Umsatz zwischen 5.91 und 5.96 Milliarden Dollar an.
Die CrowdStrike-Aktie hat in diesem Jahr bereits eine eindrucksvolle Rally hinter sich und notiert seit Jahresanfang bereits um knapp 80 Prozent vorne. Gestern ging es um 12.14 Prozent auf 210.73 Dollar aufwärts. Im Handelsverlauf setzte die Aktie bei 211.00 Dollar eine neue historische Bestmarke. Zahlreiche Analysten sehen bei der Aktie aber durchaus noch Luft nach oben. Eine erste solide Unterstützung ist am Juni-Hoch bei 196.41 Dollar zu lokalisieren.
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