Die Airbus-Aktie macht heute im frühen Handel einen kräftigen Satz nach oben. Nahe London findet derzeit die Farnborough International Airshow statt, auf der auch der grösste Flugzeugbauer der Welt seine Produkte vorstellt. Airbus konnte bereits einen Grossauftrag an Land ziehen und erfreuliche Auslieferungszahlen melden. Heute legte der Flugzeugbauer mit ehrgeizigen Zielen und einem neuen Aktienrückkaufprogramm nach. Die Aktie nähert sich nach der jüngsten Konsolidierungsphase nun wieder ihrem Rekordhoch vom Januar bei 221.25 Euro.
Mit einem Kurssprung um 13.21 Euro oder 6.79 Prozent auf 207.75 Euro ist die Aktie des weltgrössten Flugzeugbauers Airbus heute im frühen Handel die stärkste Aktie im deutschen Leitindex DAX. Airbus weilt wie auch andere Unternehmen der Flugbranche derzeit auf der Farnborough International Airshow in der Nähe von London. Grosse Messen werden von den Unternehmen häufig genutzt, um Neuigkeiten zu präsentieren. Airbus konnte bereits einen Grossauftrag an Land ziehen – der irische Flugzeugfinanzierer SMBC Aviation Capital bestellte verbindlich 100 Maschinen aus der A320neo-Familie. Zudem meldete der Flugzeugbauer am Dienstag erfreuliche Auslieferungszahlen für das erste Halbjahr. Von Januar bis Juni lieferte Airbus 351 Flugzeuge aus, was 15 Prozent mehr waren als im Vergleichszeitraum des Vorjahrs. Dies schürt Hoffnungen, dass der europäische Flugzeugbauer in diesem Jahr ein Auslieferungsziel von 870 Maschinen erfüllen kann. Der bisherige Rekord von 863 Maschinen datiert aus dem Jahr 2019.
Um das Ziel zu erreichen, benötigt Airbus jedoch die Mithilfe seiner Zulieferfirmen. Der Konzern litt in den vergangenen Jahren weniger unter einer schwachen Nachfrage als vielmehr unter Engpässen in der Lieferkette. Vor allem fehlende oder verspätet gelieferte Triebwerke hatten die Produktion immer wieder gebremst. Inzwischen zeichnet sich bei den Zulieferern jedoch eine Entspannung ab. Davon profitiert insbesondere die A320neo-Familie, die als wichtigster Verkaufsschlager des Konzerns eine zentrale Rolle für Umsatz und Auslastung der Werke spielt. Die verbesserte Versorgung mit Triebwerken ermöglicht es Airbus, die Fertigung der stark nachgefragten Mittelstreckenjets schrittweise hochzufahren. Ursprünglich wollte Airbus schon 2025 eine monatliche Produktionsrate von 75 Flugzeugen der A320neo-Familie erreichen. Dieser Zeitplan liess sich jedoch nicht halten. Das Management geht indes davon aus, 2027 zwischen 70 und 75 Maschinen pro Monat fertigstellen zu können. Anschliessend soll die Fertigung dauerhaft bei 75 Einheiten stabilisiert werden. Die hohe Nachfrage bietet dafür eine solide Grundlage. Die Auftragsbücher für die Mittelstreckenmodelle sind bis weit in das nächste Jahrzehnt gefüllt.
Gestern Abend legte der Konzern mit weiteren Neuigkeiten nach. Airbus peilt 2026 einen bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) von 7.5 Milliarden Euro an. Bis 2029 soll der Gewinn dann auf 12 bis 13 Milliarden Euro steigen. Gleichzeitig kündigte der weltgrösste Flugzeugbauer ein Aktienrückkaufprogramm mit einem Volumen von bis zu 5 Milliarden Euro bei einer Laufzeit von drei Jahren an.
Zahlreiche Analysten begrüssten die ehrgeizigen Ziele und erneuerten ihre Kaufempfehlungen für die Aktie. Diese macht heute im frühen Handel einen kräftigen Satz um fast 7 Prozent nach oben und nähert sich damit wieder ihrem jüngsten Verlaufshoch von Anfang Juli bei 210.95 Euro. Geht es darüber, ist der Weg in Richtung Rekordhoch vom Januar bei 221.25 Euro nahezu unverbaut. Doch hier muss das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht sein. Die Analysten von JPMorgan etwa erhöhten jüngst das Kursziel für die Aktie auf 245 Euro. Dank des heutigen Kurssprungs hat sich die Aktie aus einer schwierigen Lage befreit, denn sie hatte sich zuletzt stark ihren gleitenden Durchschnitten der vergangenen 38 respektive 200 Tage genähert, die sich aktuell bei etwa 190 Euro kreuzen. Bei einem Unterschreiten würde sich das kurzfristige Chartbild etwas deutlicher eintrüben.
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