BASF: Konzernumbau trägt Früchte

Die Chemiebranche wartet weiterhin auf eine konjunkturelle Erholung, die sich aufgrund geopolitischer Probleme ständig verschiebt. Doch was die Automobilhersteller gerade durchmachen oder möglicherweise noch vor sich haben, haben die meisten Chemiekonzerne bereits hinter sich. So nahm etwa der weltgrösste Chemiekonzern BASF in den vergangenen Jahren einen radikalen Konzernumbau vor und scheint im schwierigen Marktumfeld nun bestens aufgestellt zu sein.

„Wir haben unsere Kosten gesenkt, die Investitionsausgaben reduziert und die Auslastung unserer Anlagen erhöht“, sagte BASF-Chef Markus Kamieth bei der heutigen Vorlage der endgültigen Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahrs. Im ersten Halbjahr 2026 hat der Ludwigshafener Chemieriese mehr Stellen abgebaut als in den beiden Vorjahren zusammen. Von Januar 2024 bis Ende Juni 2026 baute der DAX-Konzern weltweit rund 7’000 Stellen ab. Bis Ende 2026 will BASF dank seiner Massnahmen jährliche Kosten in Höhe von 2.3 Milliarden Euro einsparen.

Der Konzernumbau trägt in der Bilanz bereits erste Früchte. So steigerte BASF seine Umsätze von April bis Juni im Jahresvergleich um 16.4 Prozent auf 17.21 Milliarden Euro. Das Ergebnis nach Steuern und nicht beherrschenden Anteilen erreichte im zweiten Quartal 4.14 Milliarden Euro – im Vorjahr wies BASF hier nur einen Wert von 79 Millionen Euro aus. Die Verbesserung war jedoch zu einem Grossteil dem milliardenschweren Verkauf von 60 Prozent des Fahrzeugserien- und Autoreparaturlack-Geschäfts an den US-Finanzinvestor Carlyle geschuldet. Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte um 53.6 Prozent auf 2.45 Milliarden Euro zu.

BASF passte daraufhin seine Prognosen für das Gesamtjahr leicht an. Statt eines operativen Ergebnisses zwischen 6.2 Milliarden und 7.0 Milliarden Euro peilt der Konzern nun einen bereinigten EBITDA-Gewinn zwischen 6.9 und 7.7 Milliarden Euro an. Die BASF-Aktie kletterte heute im frühen Handel um 1.73 Euro oder 3.53 Prozent auf 50.70 Euro nach oben. Neben den Zahlen stellte der Konzern auch ein neues Aktienrückkaufprogramm über 1 Milliarde Euro vor. Der Rückkauf soll im August starten und Ende April 2027 abgeschlossen sein. Die zurückgekauften Aktien möchte das Unternehmen einziehen und das Grundkapital entsprechend herabsetzen, was positive Auswirkungen auf das Ergebnis je Aktie haben wird.

Sorgen, dass der anhaltende Konflikt im Nahen Osten BASF schwer belasten könnte, sind unbegründet. Laut Finanzchef Dirk Elvermann sei das Unternehmen im Nahen Osten nur begrenzt engagiert und müsse keine wesentlichen Lieferungen durch die Meerenge (Strasse von Hormus) abwickeln. Sollten die Einschränkungen allerdings länger dauern und die Weltwirtschaft stärker belasten, könne dies über eine sinkende Nachfrage auch BASF treffen, sagte Elvermann.

Auch die fallenden Wasserstände am Rhein bereiten dem Chemiekonzern nach eigenen Angaben aktuell wenig Probleme etwa beim Transport. BASF hat nach dem extremen Niedrigwasser 2018 eine Reihe von Massnahmen umgesetzt. Der Chemiekonzern verdoppelte die Zahl der für Niedrigwasser geeigneten Schiffe und setzt seither verstärkt auf alternative Verkehrsträger wie die Bahn.

Die BASF-Aktie scheint im zuletzt schwieriger gewordenen Marktumfeld gut zurechtzukommen und hat sich von ihrem Juli-Tiefststand bei 46,04 Euro inzwischen deutlich distanziert. Aktuell notiert sie sogar wieder oberhalb der Marke von 50 Euro. Auf der Unterseite hat sich die aktuell bei 47.75 Euro verlaufende 200-Tage-Linie letztlich als standfest erwiesen. In den vergangenen Tagen konnte nun auch die aktuell bei 48.40 Euro verlaufende 38-Tage-Linie wieder nach oben verlassen werden, womit sich das kurzfristige Chartbild bereits deutlich aufgehellt hat. Auf der Oberseite hat sich damit zumindest wieder Aufwärtspotenzial bis zum massiven Widerstandsbereich bei 54.93/55.06 Euro eröffnet, der aus den Hochpunkten seit April 2024 resultiert. Im April kletterte die Aktie bis auf 55.05 Euro nach oben, ehe ihr die Puste ausging. Ein Ausbruch nach oben könnte der Startschuss für eine kräftige Aufwärtsbewegung werden.

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