AMD blickt optimistisch in die Zukunft

Mit einem Zuwachs von mehr als 140 Prozent seit Jahresanfang gehören die Aktien des US-Chipkonzerns AMD zu den Top-Performern im Technologie-Leitindex NASDAQ 100 in diesem Jahr. Gestern Abend nach US-Börsenschluss legte AMD seine Zahlen zum zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs vor, die allerdings nicht vollends überzeugen konnten. Die Aktie gab im nachbörslichen Handel kräftig nach. Für Anleger, die den Einstieg in den weltweit zweitgrössten Anbieter von KI-Prozessoren nach Platzhirsch Nvidia bisher verpasst haben, könnte sich unter mittelfristigen Aspekten durchaus eine Chance zum Einstieg ergeben.

Der US-Chipkonzern Advanced Micro Devices, kurz AMD, hat gestern nach US-Börsenschluss seine Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahrs vorgelegt. Dank einer anhaltend starken Nachfrage nach Server-Prozessoren hat AMD sein Wachstum überraschend ​deutlich beschleunigt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf einen Rekordwert von 11.54 Milliarden US-Dollar. Als Treiber erwies sich das Rechenzentrumsgeschäft, das auf Jahressicht um 107 Prozent gewachsen ist und im Quartal bereits gut 58 Prozent des Unternehmensumsatzes ausmachte. Der Bruttogewinn kletterte um 103 Prozent auf 6.20 Milliarden Dollar, womit sich die Bruttomarge auf Jahressicht um 14 Prozentpunkte auf 54 Prozent verbesserte. Der Nettogewinn verbesserte sich sogar um 163 Prozent auf 2.30 Milliarden Dollar.

Auf den ersten Blick recht beeindruckende Zahlen, zumal AMD mit den meisten Kennzahlen die durchschnittlichen Markterwartungen übertreffen konnte. Allerdings nicht bei der Bruttomarge, die leicht unterhalb der vom Markt erwarteten 56 Prozent ausfiel.

AMD blickt zudem recht optimistisch auf das laufende dritte Quartal. „Wir erwarten, dass sich die Umsätze im Rechenzentrumsbereich in der zweiten Jahreshälfte 2026 beschleunigen und so ein stärkeres Gesamtumsatzwachstum sowie eine weitere Steigerung des Gewinns bewirken werden“, sagte Finanzchef und Vizepräsident Jean Hu in der anschliessenden Konferenz. Für das laufende Quartal stellte AMD Erlöse von 13 Milliarden Dollar (plus/minus 300 Millionen Dollar) in Aussicht. Dies wäre ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr von rund 41 Prozent. Der Markt hatte im Vorfeld im Konsens einen Wert von 12.5 Milliarden Dollar erwartet. Die Bruttomarge soll auf 56 Prozent steigen.

Die Aktie, die im regulären Handel um 33.94 US-Dollar oder 7.00 Prozent auf 518.58 Dollar kletterte, gab im nachbörslichen Handel um mehr als 8 Prozent auf 475.50 Dollar nach. Einem Marktbeobachter zufolge waren die Zahlen beeindruckend, allerdings nicht spektakulär genug.

Die Branche stand zuletzt unter heftigem Abgabedruck, da sich am Markt Sorgen über die hohen Bewertungen der KI-Konzerne etabliert hatten. Das AMD-Papier schlug sich jedoch relativ wacker und stürzte von seinem Rekordhoch vom 30. Juni bei 584.73 Dollar um vergleichsweise moderate 27 Prozent auf 424.03 Dollar ab, ehe es sich in den vergangenen Tagen wieder bis auf 518.58 Dollar erholen konnte. Aller Voraussicht nach wird die Aktie heute Nachmittag im Bereich von 475 Dollar in den US-Handel starten. Die Zahlen waren stark, der Ausblick optimistisch. Die Marktreaktion könnte überzogen gewesen sein. Noch haben in der laufenden Berichtssaison nicht alle Unternehmen ihre Bücher geöffnet. Dennoch lässt sich sagen, dass die Investitionslust der grossen Player im KI-Bereich wohl eher weiter zunehmen dürfte. In China wächst allerdings die Konkurrenz, was die Chip-Preise drücken könnte. Ob jedoch die grossen US-Konzerne ihre Prozessoren in China kaufen werden, ist eher unwahrscheinlich. Die Nachfrage nach AMD-Produkten dürfte somit noch längere Zeit hoch bleiben und, wie AMD gestern geschrieben hat, sogar noch zunehmen.

AMD – Stand: 04.08.2026 Quelle: investing.com

Das Chartbild hat sich gestern mit der Rückeroberung der aktuell bei 514.33 US-Dollar verlaufenden 50-Tage-Linie wieder deutlich aufgehellt. Allerdings ist damit zu rechnen, dass es heute wieder unter den vielbeachteten Durchschnitt gehen wird. Solange das jüngste Korrekturtief vom 29. Juli bei 424.03 Dollar nicht unterschritten wird, bleibt die Situation jedoch vielversprechend. Als zusätzliche Unterstützung könnte das Juni-Tief bei 437.23 Dollar dienen. Kann die 50-Tage-Linie verteidigt oder zeitnah erneut überquert werden, ist zunächst wieder Platz bis zum Rekordhoch vom 30. Juni bei 584.73 Dollar. Zahlreiche Analysten trauen dem Wert jedoch noch deutlich höhere Niveaus zu. So erneuerte das Analysehaus Jefferies gestern seine Kaufempfehlung für die Aktie und erhöhte das Kursziel von 640 auf 650 US-Dollar.

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📊 Makro im Fokus: Heute stehen der EZB-Wirtschaftsbericht (10:00 MEZ) sowie am Nachmittag der US-Empire-State-Index (14:30 MEZ) und die US-Industrieproduktion (15:15 MEZ) im Fokus – wichtige Hinweise für Konjunktur- und Zinserwartungen.

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📈 Ausblick: Die zahlreichen Konjunkturdaten könnten im Tagesverlauf für Bewegung sorgen – eine abwartende, datenabhängige Positionierung bleibt angezeigt.