In einem schwierigen Marktumfeld gehörten die Aktien des iPhone-Produzenten Apple gestern zu den wenigen Gewinnern im US-Leitindex Dow Jones. Dabei gab es im Grunde wenig zu feiern, denn Tim Cook, der das Unternehmen die vergangenen 15 Jahre geleitet hat, übergab gestern offiziell das Zepter an seinen Nachfolger John Ternus. In Cupertino steht somit eine Zeitenwende an. Sorgen scheinen sich der Markt und auch zahlreiche Analysten jedoch nicht zu machen.
Als Tim Cook im August 2011 das Zepter von Apple-Gründer Steve Jobs übernahm, der damals schwer krank war, dominierten am Markt durchaus Zweifel und Skepsis. Steve Jobs galt als charismatischer Visionär, genialer Präsentator und kreativer Kopf, der Apple vor dem Untergang gerettet und die moderne Mobilwelt mit iPhone und iPad revolutioniert hatte. Tim Cook war zuvor vor allem als brillanter COO (Chief Operating Officer) und Experte für Lieferketten und Produktion bekannt, nicht aber als emotionaler Produkt- oder Design-Visionär. Viele fragten sich, ob Apple ohne Jobs seine Innovationskraft verlieren würde. Doch Cook bewies handwerkliches Geschick, führte neue erfolgreiche Produktkategorien wie die Apple Watch und AirPods ein und machte das Unternehmen zu einer beispiellosen finanziellen Erfolgsgeschichte. Unter seiner Führung legte der Aktienkurs nach Berechnungen von Experten um 2‘279 Prozent zu. Apple war lange Zeit das grösste börsennotierte Unternehmen der Welt, musste zuletzt jedoch den KI-Giganten Nvidia vorbeiziehen lassen.
Nun übernimmt John Ternus das Zepter. Ternus kennt das Unternehmen aus dem Effeff, kam bereits 2001 zu Apple und arbeitete noch unter Steve Jobs. Allerdings gehörte er damals noch nicht zum erweiterten Führungsbereich. 2013 wurde er Vizechef der Hardware-Sparte, die er 2021 als Chef übernahm. Unter seiner Verantwortung entstanden zahlreiche wichtige Apple-Produkte. Dazu gehören unter anderem AirPods sowie neue Generationen von Mac und iPad.
Doch auch wenn Cook das Unternehmen zu einem hochprofitablen Konzern machte, setzt sich Ternus nicht in ein gemachtes Nest. Apple muss nämlich besonders beim Thema Künstliche Intelligenz liefern, denn hier steht der Konzern unter Druck – Apple Intelligence und Siri hinken der Konkurrenz deutlich hinterher. Helfen soll Googles Chatbot Gemini. Beide Unternehmen haben bereits eine mehrjährige Zusammenarbeit bekannt gegeben – die nächste Generation von Apple-Modellen soll auf Googles Gemini-Modellen und Cloud-Technologie basieren. Erwartet wird bald die offizielle Veröffentlichung einer runderneuerten Siri. Ternus muss den Konzern somit durch das KI-Zeitalter lenken. Dem Markt scheint jedoch nicht bange vor der Zukunft zu sein. Wichtigstes Produkt des Konzerns ist nach wie vor das iPhone. Und hier steht die neue Generation unmittelbar in den Startlöchern. In seiner ersten Ansprache an die Mitarbeiter als deren neuer Chef hob John Ternus gestern die starke Produktpipeline des Technologiekonzerns hervor und kündigte für nächste Woche auf der hauseigenen Keynote (9. September) eine „phänomenale iPhone-Markteinführung“ an. Der Markt spekuliert auf einen Einstieg von Apple ins Geschäft mit faltbaren Smartphones.
Trading-Ideen zu Apple
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Die Apple-Aktie notiert aktuell in der Nähe ihres erst im Juli erreichten Rekordhochs bei 344.57 US-Dollar. Dies zeigt, dass der Markt dem Führungswechsel bei Apple nicht mit Skepsis begegnet. Die Vorstellung neuer Apple-Produkte am 9. September könnte für neue Impulse sorgen. Sollte Apple ein faltbares Smartphones vorstellen, können sich die Analysten von Rothschild sogar Kurse von bis zu 400 Dollar vorstellen. Mit der aktuell bei 312.94 US-Dollar verlaufenden 50-Tage-Linie und dem Verlaufstief vom 31. Juli bei exakt 300 Dollar sollte die Aktie auf der Unterseite solide abgesichert sein.