Die KI-Euphorie erreicht immer neue Regionen. Kurssprünge im zweistelligen Prozentbereiche an einem Tag sind selbst bei Aktien von gestandenen US-Technologie-Unternehmen derzeit keine Seltenheit. In den vergangenen Tagen sprangen etwa die Papiere von Snowflake, Dell und Marvell um jeweils mehr als 30 Prozent nach oben. Der Grund war stets die Hoffnung auf ein stark KI-getriebenes Umsatzwachstum. Europa schaut etwas neidisch auf die Entwicklung in den USA, doch kommt mit der niederländischen ASML Holding ein mögliches Schlüsselunternehmen des Hypes aus Europa.
Der aktuelle Hype um Künstliche Intelligenz (KI) hat eine sehr konkrete technische Grundlage: Moderne KI-Modelle benötigen enorme Rechenleistung, und diese Rechenleistung wiederum benötigt immer leistungsfähigere Chips. Und genau hier kommt das niederländische Unternehmen ASML Holding ins Spiel. Denn egal, ob neue Rechenzentren mit Hochleistungs-Chips von Nvidia, AMD, Intel oder Google ausgestattet werden, alle diese Chips werden auf Maschinen von ASML produziert.
Die Herstellung von Hochleistungs-Chips der neuesten Generation ist nur mit der hochmodernen Belichtungstechnik Extreme-Ultraviolet-Lithography (EUV) möglich. Und ASML ist der einzige Anbieter von EUV-Systemen in industriellem Massstab. Eine moderne EUV-Maschine kostet bis zu 200 Millionen Euro. Führende Chiphersteller wie TSMC, Samsung Electronics und Intel sind auf die Maschinen von ASML angewiesen.
Aktuell steigt die weltweite Nachfrage nach Rechenleistung und damit nach Hochleistungs-Chips exorbitant an. Dementsprechend werden auch die EUV-Maschinen von ASML stark nachgefragt. Für 2026 plant das niederländische Unternehmen die Auslieferung von 60 Maschinen modernster Bauart. 2027 sollen es dann schon 80 werden.
ASML peilt für das laufende Geschäftsjahr Umsatzerlöse zwischen 36 Milliarden und 40 Milliarden Euro an, nach Erlösen in Höhe von 32.7 Milliarden Euro im vergangenen Geschäftsjahr. Die Bruttomarge soll zwischen 51 und 53 Prozent liegen.
Für Furore sorgt jüngst eine Studie von JPMorgan. Laut den Finanzexperten müssen die Markterwartungen an den Anlagenbauer für 2027 und 2028 komplett überarbeitet werden. Die jüngsten Signale aus dem Konzern zu den Kapazitäten für EUV-Lithografiesysteme seien sehr optimistisch und deuteten auf eine starke Kundennachfrage hin, hiess es in der Studie. Die Experten erhöhten Ihr Kursziel für die ASML-Aktie dementsprechend auf 1’900 Euro.
Charttechnisch läuft es für die ASML-Aktie derzeit rund – im frühen Handel ging es bei 1’496 Euro abermals auf ein neues Rekordhoch aufwärts. Bis zum Kursziel der JPM-Analysten hätte das Papier somit durchaus noch Spielraum. Auf der Unterseite befinden sich mit dem Februar-Hoch bei 1’312.80 Euro und der aktuell bei 1’298.39 Euro verlaufenden 38-Tage-Linie solide Unterstützungen.
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