Die Papiere von europäischen Telekommunikationsanbietern stehen an der Börse derzeit hoch im Kurs. Die Aktie der Deutschen Telekom notiert seit Jahresanfang bereits um mehr als 20 Prozent im Plus. Die Aktie des Schweizer Konkurrenten Swisscom kletterte jüngst sogar auf ein neues Rekordhoch. Telekommunikationsunternehmen sind seit Jahren verlässliche Dividendenzahler, worauf Anleger in einem schwieriger werdenden Marktumfeld wieder mehr achten. Zudem nähert sich bei den europäischen Telekomkonzernen die Zeit der massiven Kapitalinvestitionen dem Ende, und sie können nun den Lohn ihrer Investitionen einsammeln. Für viele Marktteilnehmer ist das gerade in Zeiten milliardenschwerer Investitionen in KI-Projekte ein entscheidendes Kaufargument.
Die Aktie der Deutschen Telekom hat in den vergangenen Wochen den Turbo gezündet und heute im frühen Mittwochshandel bei 33.54 Euro ein frisches 8-Monats-Hoch erklommen. Das Plus seit Jahresanfang beträgt damit bereits mehr als 20 Prozent. Ähnlich kräftig aufwärts ging es zuletzt auch für andere europäische Telekomkonzerne – so kletterten etwa die Papiere des Schweizer Konkurrenten Swisscom sogar auf ein neues Rekordhoch.
Es scheint kein Zufall zu sein, dass die Papiere von Telekommunikationsunternehmen zeitgleich den Turbo zündeten, während im Technologiesektor massive Sorgen über die milliardenschweren Investitionen in neue KI-Projekte aufkamen. Allein die vier Tech-Giganten Amazon, Alphabet, Meta und Microsoft wollen im Jahr 2026 in Summe 665 Milliarden US-Dollar in KI-Infrastruktur investieren. Viele Analysten bezweifeln inzwischen, dass die milliardenschweren Investitionen jemals in vergleichbare Umsatzsprünge münden werden.
Bei den Telekommunikationsunternehmen nähert sich die Phase der grossen Investitionen in die Infrastruktur (5G und Glasfaser) hingegen dem Ende. Somit nähert sich die Zeit, in der die Konzerne die Ernte einfahren. Sowohl die Swisscom als auch die Deutsche Telekom haben bereits Preiserhöhungen ab April angekündigt, womit sich die Gewinnmargen deutlich bessern dürften. Kosteneffizientere Netz-Infrastrukturen, sinkende Investitionsausgaben und zunehmende freie Cashflows, also verfügbares Finanzkapital, dürften Anlegern künftig gute Gewinnchancen bieten.
Auch setzen viele Anleger in Zeiten eines schwieriger werdenden Marktumfelds wieder auf defensive Qualität. Anders als zyklische Werte bietet das Geschäftsmodell der Deutschen Telekom Planbarkeit – ein Argument, das in unsicheren Börsenzeiten an Gewicht gewinnt. Telekommunikationsunternehmen sind zudem verlässliche Dividendenzahler und bieten zum Teil hohe Dividendenrenditen. Die Deutsche Telekom hat für das Geschäftsjahr 2024 eine Dividende in Höhe von 0.90 Euro je Aktie ausgeschüttet. Für das kürzlich abgelaufene Geschäftsjahr 2025 will der Konzern auf der Hauptversammlung am 1. April eine Erhöhung um 11 Prozent auf 1.00 Euro je Anteilschein vorschlagen. Auf Basis des aktuellen Kurses von 33.54 Euro wäre dies eine Dividendenrendite von nahezu 3.00 Prozent.
Zusätzlich hat die Deutsche Telekom in den Jahren 2024 und 2025 Aktien im Wert von jeweils 2 Milliarden Euro zurückgekauft, was zu der positiven Aktienkursentwicklung beigetragen haben dürfte. Auch 2026 plant der Konzern ein Aktienrückkaufprogramm über 2 Milliarden Euro. Zahlen für das vierte Quartal 2025 und das Gesamtjahr wird der Konzern am 26. Februar veröffentlichen.
Die T-Aktie hat sich zuletzt prächtig entwickelt. Vor wenigen Tagen konnte das Juli-Hoch bei 32,09 Euro überquert werden, das bis dato ein 8-Monats-Hoch markiert hatte. Mit der Überquerung hat sich zunächst weiteres Kurspotenzial bis zum Mai-Hoch bei 34,44 Euro eröffnet. Kann auch diese Hürde gemeistert werden, rückt das März-Hoch bei 35,91 Euro in den Fokus, das ein 25-Jahres-Hoch markiert. Danach wäre zumindest Platz bis zum Hoch aus dem Jahr 2001 bei 39,85 Euro. Auf der Unterseite sollten das Juli-Hoch bei 32,09 Euro und das Oktober-Hoch bei 30,41 Euro für Halt sorgen, ehe die aktuell bei 29,80 Euro verlaufende 200-Tage-Linie wieder in den Fokus rücken könnte.