Quantencomputing hat sich seit seinen Anfängen in den 1980er-Jahren zu einer Schlüsseltechnologie entwickelt, deren Leistungsfähigkeit dank wachsender Qubit-Zahlen rasant zunimmt. Mit dem in den kommenden Jahren erwarteten Durchbruch eröffnen sich vielfältige Anwendungen – von der Molekularsimulation über Logistikoptimierung bis hin zur Kryptografie. Parallel dazu prophezeien Experten dem Markt ein enormes Wachstum.
Der Global Quantum Leaders Index bringt die führenden Akteure im Quantencomputing-Sektor zusammen. In dem Barometer befinden sich 30 ausgewählte Unternehmen mit hoher Relevanz für die Entwicklung von Quantentechnologien. Mit dabei sind beispielsweise Big-Techs wie Quantenpionier IBM, die Cloud-Riesen Amazon und Microsoft sowie Alphabet, die zuletzt mit dem neuen Algorithmus „Quantum Echoes“ einen wichtigen Schritt machten, um Quantencomputer aus dem Labor in reale Einsatzfelder zu führen. Daneben befinden sich auch noch kleinere Player wie D-Wave und Rigetti in dem Index. Komplettiert wird die zukunftsträchtige Mischung von Unternehmen, die Umsätze aus Quanten-Technologien oder -Dienstleistungen erzielen oder über Patente verfügen. Diesen Bereich decken Unternehmen wie Accenture, die Deutsche Telekom oder NEC ab.
Tracker-Zertifikat auf den MarketVectorTM Global Quantum Leaders Index – vom Konzept zur Realität
Das Quantencomputing blickt auf eine mehr als vier Jahrzehnte währende Entwicklungsgeschichte zurück. Bereits in den 1980er-Jahren entstand die visionäre Idee, die fundamentalen Gesetzmässigkeiten der Quantenphysik für die Informationsverarbeitung nutzbar zu machen. Damals wurde die These formuliert, dass Quantencomputer Berechnungen weit effizienter durchführen können als klassische Rechenmaschinen. Gesagt, getan: Ihre Rechengeschwindigkeit und Leistungsfähigkeit sind inzwischen sogar derart beeindruckend, dass eine neue Phase der digitalen Transformation begonnen hat. Der Erfolg basiert auf den Prinzipien der Quantenmechanik: Anders als herkömmliche Computer arbeiten die technologischen Spitzenmodelle nicht nur mit 0 und 1, sondern können simultan eine Vielzahl an Operationen ausführen. Die zumeist aus Ionen oder supraleitenden Schaltkreisen gebildeten Qubits sind in der Lage auch alle Zwischenzustände oder sogar beide gleichzeitig anzunehmen. Dabei steigt die Rechenleistung mit jedem zusätzlich Qubit exponentiell.
Auf dem Weg zur Reife
Die Rechenkapazität moderner Quantenprozessoren wächst mit beeindruckender Geschwindigkeit. Mittlerweile lassen sich weit mehr als 100 Qubits auf einem einzigen Chip integrieren. Mit der Vorstellung des 433-Qubit-Prozessor „Osprey“ präsentierte IBM 2022 den bislang komplexesten seiner Generation. Die Ankündigung des Prozessors Condor mit 1‘121-Qubit nur rund ein Jahr später markierte dann einen weiteren technologischen Meilenstein. Trotz dieser Fortschritte bleiben die Systeme aber noch anfällig für Fehler und sind damit nur bedingt praxistauglich. Der Fokus verschiebt sich daher zunehmend von physikalischen Qubits hin zu logischen Qubits, also jene mit Fehlerkorrektur. Denn je mehr Qubits miteinander interagieren, desto höher die Wahrscheinlichkeit von unzuverlässigen Ergebnissen. Jüngste Fortschritte wie Googles „Quantum Echoes“ zeigen, dass die Technologie kontinuierlich reift. Nach Schätzungen von Deloitte gelingt der entscheidende Durchbruch, sobald Quantencomputer über 200 bis 1‘000 fehlerkorrigierte logische Qubits verfügen und damit präzise Berechnungen zuverlässig durchführen können.1
Mehrstelliger Milliardenmarkt
Selbst wenn sich die Quantentechnologie noch in einem frühen Entwicklungsstadium befindet, zeigt sie hohes Marktpotenzial. Der adressierbare Markt wird Ende 2025 bei rund 1,8 Milliarden US-Dollar erwartet und könnte in den kommenden Jahren immer mehr an Fahrt aufnehmen. Dank erheblicher Investitionen aus dem öffentlichen – China, die USA und Europa führen diese an – und privaten Sektor könnte bis zum Ende des Jahrzehnts bereits ein Volumen von 20 Milliarden US-Dollar erreicht werden. Ab 2030, ab diesem Zeitpunkt werden die ersten fehlertoleranten Systeme mit hunderten logischen Qubits erwartet, prognostiziert UBS CIO GWM eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von 17 Prozent, wodurch der Markt für Quantencomputing auf rund 95 Milliarden US-Dollar bis 2024 zulegen wird. Die Anwendungen werden dann vielschichtig sein: Von Molekularsimulationen im Pharmabereich über Optimierungsansätze in der Finanz- und Logistikindustrie bis hin zur Kryptographie sowie der Generierung synthetischer Trainingsdaten für Künstliche Intelligenz.2
Lukrative Geschäftsmodelle
Die Wertschöpfung im Quantum Computing wird sich in den kommenden Jahren deutlich verändern: weg von hardwarezentrierten Forschungsprojekten hin zu skalierbaren, wiederkehrenden Erlösmodellen, die stark an die Entwicklung der Cloud- oder KI-Märkte erinnern. Als zentrale Geschäftsmodellrichtungen zeichnen sich „Quantum Computing as a Service“ (QCaaS) sowie Plattformmodelle ab. Erstgenannte wird Prognosen zufolge die wichtigste Umsatzquelle sein. Die Cloud-basierte Bereitstellung von Quantenleistungen könnte insbesondere Konzernen wie Amazon (AWS), Microsoft (Azure) oder auch Alphabet (Google Cloud) zugutekommen. Jene Unternehmen, die bei der Integration von Hard- und Software vorne mitspielen möchten, benötigen wiederum eine Plattform auf welcher sich alles nahtlos integrieren lässt. Dies wird mit der Rolle von NVIDIA und CUDA im GPU-Markt verglichen. Die Gewinner aus dieser Entwicklung können letztlich Ökosysteme kontrollieren, Standards setzen und hohe Margen erzielen.2
Professioneller Investmentansatz
Investitionen in Quantencomputing bieten grosses Zukunftspotenzial, sind jedoch auch mit hohen Risiken verbunden und erfordern daher eine sorgfältige Diversifizierung. Besonders attraktiv gelten grosse Technologiefirmen mit starker Hardware-Entwicklung (Alphabet und Intel), Unternehmen mit QCaaS-Fähigkeiten (Microsoft, Nvidia, Alphabet, Amazon) und andere Quantentechnologie-Anbieter mit starken Patentportfolios (NEC, Accenture, Qualcomm, Fujitsu, Tencent und Hitachi). Daneben können auch kleine Quanten-Firmen wie D-Wave, Rigetti oder IonQ für beträchtliche Renditen sorgen, allerdings ist hier auch die Volatilität deutlich höher.2 Ein professionelles und breit gestreutes Konzept verfolgt der Global Quantum Leaders Index. Die 30 Index-Komponenten konzentrieren sich primär auf die Entwicklung von Quantencomputertechnologie oder sind im Besitz von mindestens fünf Patenten in diesem Bereich. Neben einem ausreichenden Handelsvolumen muss die Marktkapitalisierung mindestens 150 Millionen US-Dollar betragen. Der Index wird quartalsweise von MarketVector überprüft und um einer Klumpenbildung entgegen zu wirken, ist die Gewichtung auf höchstens acht Prozent begrenzt.
Die Produktlösung
Das UBS Tracker-Zertifikat auf den Global Quantum Leaders Index ermöglicht Anlegern, nach Abzug einer Managementgebühr von 0.50 Prozent p.a., eine vollständige Partizipation an der Wertentwicklung des zugrunde liegenden Basiswertes. Das in CHF denominierte Produkt verfügt über eine unbegrenzte Laufzeit und bildet den Net Return Index ab. Die ausgeschütteten Dividenden der Index-Mitglieder werden folglich netto reinvestiert. Für Anleger bietet der Tracker eine kosteneffiziente und breit diversifizierte Möglichkeit, gezielt an der Entwicklung führender Unternehmen im Bereich der Zukunftstechnologie Quantencomputing teilzuhaben.
Quellen:
1) Deloitte, Research Bericht, 11.08.2025
2) UBS CIO GWM, Intelligence weekly #17: Know your quantum computing, 20.01.2025
