Technologie-Aktien sind vor allem an den US-Börsen derzeit wieder stark gefragt – der Technologie-Leitindex NASDAQ-100 kletterte jüngst von einem Rekordhoch zum nächsten. Die Tech-Rallye wurde zuletzt von starken Quartalszahlen untermauert. Doch mit Dauer der Rallye werden auch die Erwartungen an die Unternehmensbilanzen immer höher. Dies bekam jüngst die Aktie von Palantir zu spüren, die nach überaus beeindruckenden Quartalszahlen unter Verkaufsdruck stand, obwohl sie an der jüngsten Rallye gar nicht teilgenommen hat.
Der US-Softwarekonzern Palantir Technologies hat sich auf die Analyse riesiger und komplexer Datenmengen spezialisiert. Das Ziel der entwickelten Software ist es, verborgene Muster und Zusammenhänge in Daten zu finden, um Vorhersagen zu treffen oder komplexe Entscheidungen zu unterstützen. Angetrieben von einer explosionsartigen Nachfrage nach künstlicher Intelligenz verzeichnete Palantir im abgelaufenen ersten Quartal des neuen Geschäftsjahres das stärkste Umsatzwachstum seit seinem Börsengang im Jahr 2020.
Die Erlöse kletterten von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahr um 85 Prozent auf 1,63 Milliarden US-Dollar. Die Konsensschätzungen lagen hier lediglich bei 1,54 Milliarden Dollar. Ein wesentlicher Wachstumstreiber blieb das US-Geschäft – die Umsätze in den Vereinigten Staaten stiegen um 104 Prozent auf 1,28 Milliarden Dollar. Das Geschäft mit Regierungsbehörden wuchs um 84 Prozent auf 687 Millionen Dollar. Software von Palantir wird in den USA unter anderem vom Heimatschutzministerium und vom Pentagon eingesetzt – Medienberichten zufolge auch im Iran-Krieg. Palantir-Chef Alex Karp sagte in der anschlissenden Telefonkonferenz mit Analysten, die Nachfrage in den USA sei aktuell so gross, dass die Firma nicht hinterherkomme.
Der Nettogewinn hat sich gegenüber dem Vorjahr auf 870,5 Millionen Dollar mehr als viervierfacht. Der Gewinn pro Aktie lag mit 33 US-Cent ganze 5 Cent über den Markterwartungen. Auch der Ausblick konnte sich sehen lassen. Palantir erwartet im laufenden zweiten Quartal Erlöse von rund 1,8 Milliarden Dollar. Bis zum Jahresende stellte der Softwarekonzern 7,66 Milliarden Dollar in Aussicht, was den Vorjahreswert um 71 Prozent übertreffen würde.
Obwohl die Zahlen die Markterwartungen klar übertroffen haben und Palantir auch seine Jahresprognose erhöhte, rauschte die Aktie gestern um 10,12 US-Dollar oder 6,93 Prozent auf 135,91 Dollar in die Tiefe. Von Gewinnmitnahmen kann hier nicht die Rede sein, denn die Aktie hat die jüngste Tech-Rallye nicht mitgemacht und notiert seit Jahresanfang bereits um mehr als 23 Prozent im Minus. Problem Nummer 1: Der Markt verteilte bereits sehr viele Vorschusslorbeeren, weshalb die Aktie bereits 2025 zu den Überfliegern an den Börsen gehörte. Nun ist der Konzern dran, zu liefern. Problem Nummer 2: Mit einer Marktkapitalisierung von knapp 326 Milliarden US-Dollar und einem für 2026 in Aussicht gestellten Jahresumsatz von 7,66 Milliarden Dollar wird der Konzern aktuell mit einer Umsatzmultiplen von mehr als 45 bewertet. Das ist selbst für ein derart stark wachsendes Unternehmen recht ambitioniert. Liefert Palantir diese Wachstumsraten jedoch auch in den kommenden Quartalen, dürfte die Aktie ihren Höhenflug durchaus wieder aufnehmen können.
Aus charttechnischer Sicht könnte die Aktie durchaus noch einmal in Richtung ihres jüngsten Korrekturtiefs vom 10. April bei 122,68 US-Dollar laufen. Spätestens dann könnte sich unter langfristigen Aspekten jedoch ein Einstieg lohnen. Skeptische Anleger warten zuvor noch ein Überqueren des März-Hochs bei 162,40 Dollar ab. Wird im Anschluss auch die aktuell bei 164,38 Dollar verlaufende 200-Tage-Linie überquert, würde ein recht kräftiges Kaufsignal generiert.
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