Qualcomm: KI-Phone von OpenAI sorgt für Fantasie

Das US-Unternehmen Qualcomm gehört zu den grössten Halbleiterproduzenten der Welt. Der Konzern ist Marktführer im Bereich Mobilfunk-Modems (5G/LTE) und Mobilfunk-Patente (Lizenzgeschäft) und stark vertreten im Bereich Smartphone-Prozessoren (speziell in Android-Geräten). Allerdings ist das Wachstum in diesen Märkten seit Jahren begrenzt, weshalb die Qualcomm-Aktie an der Börse vergleichsweise niedrig bewertet wird. Doch wie bei so vielen anderen Technologiekonzernen auch, sorgt das Thema Künstliche Intelligenz (KI) auch bei Qualcomm für jede Menge Fantasie.

Qualcomm ist ein führender Halbleiterhersteller, der sich auf Mobilfunktechnologien, drahtlose Kommunikation und energieeffiziente Prozessorlösungen spezialisiert hat. Das Unternehmen spielt eine zentrale Rolle bei der Entwicklung moderner Mobilfunkstandards (5G/LTE). Bekannt ist Qualcomm vor allem wegen seiner Snapdragon-Architektur, die zentrale Komponenten wie CPU, GPU, KI-Einheiten und Mobilfunkmodems in einem einzigen Chip vereint. Die Snapdragon-Chips werden in vielen Smartphones und Tablets sowie zunehmend auch in Laptops und Fahrzeugen verbaut. Doch obwohl Qualcomm in vielen Bereichen führend ist, wird der Wert an der Börse mit einem Forward-KGV von 13 vergleichsweise günstig bewertet. Dies liegt daran, dass die Bereiche, in denen der Konzern dominiert, zwar stabil, aber nicht extrem wachstumsstark sind. Die grossen Wachstumsfelder (KI und Rechenzentren) werden von anderen Konzernen dominiert.

Doch dank seiner Snapdragon-Architektur könnte Qualcomm im KI-Segment bald schon eine grosse Nummer werden. Qualcomm setzt bereits verstärkt auf sogenannte Edge-KI, also Künstliche Intelligenz direkt auf Endgeräten, die eine Cloud nicht zwingend nötig macht. Und genau hier will der ChatGPT-Entwickler OpenAI ansetzen. Der Vorreiter in Sachen KI-Agenten wie etwa Chatbots will Apple, Google und Samsung frontal angreifen und plant ein eigenes KI-Phone. Der Unterschied zu beispielsweise einem iPhone wäre, dass auf dem Smartphone keine Apps mehr installiert wären, sondern sogenannte KI-Agenten. Der Plan ist nicht weniger als eine Neuerfindung dessen, was ein Smartphone sein kann. Die Prozessoren des KI-Phones sollen von Qualcomm und MediaTek kommen. Im Anschluss an die verkündete Zusammenarbeit schnellte die Qualcomm-Aktie kurzzeitig um mehr als 8 Prozent nach oben. Noch sind wenige Infos darüber verfügbar. Die Massenproduktion soll erst 2028 erfolgen. Für Fantasie ist jedoch jetzt schon gesorgt. Während Apple Intelligence lahmt und Google mit Gemini kämpft, könnte OpenAI den KI-nativen Standard setzen. Für Qualcomm wäre es die Chance, in einem echten Wachstumsmarkt Fuss zu fassen.

Zugegeben, hinter dem Erfolg stehen noch viele Fragezeichen. Dennoch könnte sich ein Einstieg unter langfristigen Aspekten durchaus lohnen. Heute Abend nach US-Börsenschluss öffnet Qualcomm seine Bücher zum kürzlich abgelaufenen zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahrs. Kann der Konzern positiv überraschen, könnte die Aktie, die sich seit April im Aufwind befindet, ihre Aufwärtsbewegung fortsetzen.

Qualcomm – Stand: 28.04.2026 Quelle: investing.com

Am 7. April sackte die Qualcomm-Aktie bei 121.99 US-Dollar auf ein 52-Wochen-Tief ab, konnte sich seither jedoch kräftig erholen. Die verkündete Zusammenarbeit mit OpenAI beförderte die Aktie am zurückliegenden Montag in der Spitze bis auf 161.00 Dollar nach oben, ehe Gewinnmitnahmen den Wert wieder auf 150 Dollar drückten. Ein erster Angriff auf die aktuell bei 156.47 Dollar verlaufende 200-Tage-Linie scheiterte somit. Dennoch scheint die Aktie aus ihren Dornröschenschlaf erwacht zu sein. Gelingt die Überquerung des 200er-Durchschnitts, könnte das Januar-Hoch bei 184.45 Dollar ein mögliches Anlaufziel sein, ehe sogar das 2025er-Hoch bei 205.95 Dollar in den Fokus rücken könnte.

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Guten Morgen zum Handelsstart.

📊 Der heutige Handelstag steht im Zeichen zentraler Arbeitsmarkt- und Konjunkturdaten aus Deutschland und der Eurozone. Während am Vormittag erste Einblicke in die wirtschaftliche Entwicklung geliefert werden, richtet sich der Fokus am Nachmittag klar auf die Kommunikation der Europäischen Zentralbank.

Im frühen Handel werden die deutschen Arbeitslosenzahlen für April veröffentlicht. Sie geben Aufschluss über die Lage am Arbeitsmarkt und gelten als wichtiger Indikator für die Stabilität der Binnenwirtschaft. Sinkende Arbeitslosenzahlen würden die Widerstandsfähigkeit der Wirtschaft unterstreichen, während steigende Werte auf eine mögliche Abschwächung hindeuten könnten.

Im weiteren Verlauf folgt die erste Veröffentlichung des Bruttoinlandsprodukts der Eurozone für das erste Quartal. Diese Daten sind entscheidend für die Einschätzung der konjunkturellen Dynamik im Währungsraum. Ein stärkeres Wachstum könnte die Erwartungen an eine robustere Wirtschaft stützen, während schwächere Zahlen Zweifel an der Erholung aufkommen lassen könnten.

Am Nachmittag steht schliesslich die EZB-Pressekonferenz im Fokus. Marktteilnehmer achten dabei insbesondere auf Hinweise zur zukünftigen Geldpolitik, zur Inflationsentwicklung und zur wirtschaftlichen Lageeinschätzung. Aussagen der Notenbank können dabei für deutliche Bewegungen an den Finanzmärkten sorgen.

📈 Insgesamt dürfte der Handelstag stark von geldpolitischen Erwartungen geprägt sein. Während die Vormittagsdaten erste Impulse liefern, liegt der Schwerpunkt klar auf der Kommunikation der EZB.

Fazit:
Ein daten- und geldpolitisch geprägter Handelstag. Die grössten Impulse dürften von der EZB-Pressekonferenz ausgehen, während Arbeitsmarkt- und BIP-Daten die Grundlage für die Markterwartungen bilden.