SAP: KI-Sorgen lasten auf Softwarekonzerne

Die Aktien von Softwareunternehmen standen zuletzt nicht gerade in der Gunst der Anleger. Dies hatte mehrere Gründe. Einer der Hauptgründe war der Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI), der die Branche schneller zu verändern scheint als erwartet. Der Markt befürchtet, dass generative KI und sogenannte KI-Agenten Teile klassischer Unternehmenssoftware ersetzen könnten. Unter Abgabedruck standen in den vergangenen Monaten auch die Aktien von Europas grösstem Softwarekonzern SAP. In den jüngsten Quartalszahlen der Mannheimer spiegelte sich die Sorge aber noch nicht wider.

Die Aktie des Mannheimer Softwarekonzerns SAP hat schwierige 15 Monate hinter sich. Im Februar 2025 erreichte das Papier bei 283,50 Euro noch ein neues Rekordhoch, ehe eine Abwärtsbewegung einsetzte, die die Aktie erst vor wenigen Tagen auf ein 28-Monats-Tief bei 135,44 Euro absacken liess. Vom Hoch hatte sich die Aktie somit mehr als halbiert. Zum einen reagierte der Markt auf ein sich veränderndes Zinsumfeld. Softwaretitel reagieren besonders empfindlich auf Zinsängste, da der heutige Wert zukünftiger Gewinne bei steigenden Zinsen sinkt. Doch an der Börse wird die Zukunft gehandelt und daher wurden die teils hohen Bewertungen der Unternehmen korrigiert.

Hinzu gesellte sich die Angst vor einem immer höher werdenden Einfluss Künstlicher Intelligenz (KI). Der Markt befürchtet, dass generative KI und sogenannte KI-Agenten Teile klassischer Unternehmenssoftware ersetzen könnten. Die Aktien von Softwareunternehmen, deren Produkte relativ leicht durch KI automatisiert werden könnten, gerieten daher besonders unter Druck. In diesem Sog wurde auch die SAP-Aktie mit nach unten gezogen, obwohl die SAP-Software nicht so ohne Weiteres und schon gar nicht innerhalb kürzester Zeit ersetzt werden kann.

SAP erwirtschaftet den Grossteil seiner Erlöse mit Unternehmenssoftware für Finanzen, Logistik, Personalwesen und Reporting, die bei mittelgrossen und grossen Unternehmen weltweit eingesetzt wird. Historisch basierte das Geschäft stark auf Lizenzen und Wartungsverträgen, doch seit einigen Jahren verlagert sich der Schwerpunkt in Richtung Cloud-Subskriptionen und Plattformdienste, die wiederkehrende Umsätze generieren. Unternehmen können Funktionen in Bereichen wie Finanzbuchhaltung, Supply-Chain-Management oder Beschaffung modular nutzen, was die Einbindung in bestehende IT-Landschaften erleichtert. Dieses modulare Konzept ermöglicht es SAP, zusätzliche Services und Upgrades dauerhaft zu vermarkten, was die Bindung der Kunden traditionell relativ hoch hält.

Von daher schaut der Markt seit Jahren verstärkt auf das sogenannte Cloud-Wachstum, dass im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres durchaus überzeugen konnte. Der Gesamtumsatz stieg im Jahresvergleich um 6 Prozent auf 9,56 Milliarden Euro, was die durchschnittlichen Markterwartungen jedoch leicht verfehlte. Die operative Dynamik wurde dabei vor allem vom Cloud-Geschäft getragen, dessen Erlöse um 19 Prozent auf 5,96 Milliarden Euro zulegten.

Währungsbereinigt wuchs das Cloud-Geschäft sogar um 27 Prozent. Der aktuelle Cloud-Auftragsbestand wuchs währungsbereinigt um 25 Prozent auf 21,9 Milliarden Euro.

In einer ersten Reaktion geriet die Aktie unter Druck, konnte sich in den vergangenen Tagen jedoch wieder kräftig erholen. Trotz der leicht verfehlten Umsatzziele hielt SAP an seinem Ausblick für das Gesamtjahr 2026 fest und prognostiziert eine anhaltend starke Cloud-Dynamik. Das Unternehmen erwartet Cloud-Umsätze in Höhe von 25,8 Milliarden bis 26,2 Milliarden Euro was einem währungsbereinigten Wachstum von 23 bis 25 Prozent entspricht. SAP befindet sich in einem Übergang von Lizenzverkäufen zu Cloud-Subskriptionen, wobei es darauf ankommt, dass der Zuwachs an wiederkehrenden Cloud-Erlösen die rückläufigen klassischen Lizenzumsätze überkompensiert. Aktuell ist dies noch der Fall. Bleibt dies auch künftig so, dürfte der zuletzt eingepreiste Pessimismus wieder korrigiert werden.

Die SAP-Aktie konnte sich in den vergangenen Tagen kräftig von ihrem 28-Monats-Tief bei 135,44 Euro erholen und notiert aktuell bei 153,36 Euro. Gestern kletterte die Aktie kurzzeitig über das Zwischenhoch vom 17. April bei 159,40 Euro und sogar über das Zwischentief vom 4. Februar bei 159,60 Euro. Bei 159,65 Euro ging der Aktie jedoch die Puste aus. Mutige Anleger können das aktuelle Kursniveau durchaus zum Einstieg nutzen. Wer noch zweifelt, wart erst einen erfolgreichen Ausbruch über das gestrige Hoch bei 159,65 Euro ab. Ein mögliches Anlaufziel könnte im Anschluss das Zwischenhoch vom 6. März bei 175,10 Euro sein. Auch das Schliessen der am 29. Januar aufgerissenen Kurslücke zwischen 180,16 und 194,34 Euro erscheint danach durchaus möglich.

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