Die Geschäftsentwicklung bei Siemens Energy bleibt weiter eine Erfolgsgeschichte. Der Elektro- und Energietechnikhersteller knüpfte im vergangenen Geschäftsquartal nahtlos an die starke Entwicklung der jüngeren Vergangenheit an und startete damit überaus vielversprechend in das neue Geschäftsjahr. Die Börse honorierte die erfreuliche Entwicklung und beförderte die Aktie im frühen Mittwochhandel auf ein neues Rekordhoch.
Der Elektro- und Energietechnikhersteller Siemens Energy ist stark in das neue Geschäftsjahr gestartet. Von Oktober bis Dezember, bei den Münchenern das erste Quartal im neuen Geschäftsjahr 2025/2026, steigerte der Konzern seine Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 12.8 Prozent auf 9.7 Milliarden Euro. Der Markt hatte hier zwar etwas mehr erwartet, doch war dies womöglich das einzige Haar, das die Marktteilnehmer in der Bilanzsuppe finden werden. Bei anderen Kennzahlen konnte der Konzern mehr als überzeugen. So stieg der Auftragseingang um mehr als ein Drittel auf 17.6 Milliarden Euro. Als Wachstumsmotor erwies sich einmal mehr das Geschäft mit Gasturbinen und Netztechnik, vor allem in den USA. Im Gasturbinensegment schnellten die Bestellungen auf Jahressicht um 81.4 Prozent auf 8.75 Milliarden Euro nach oben, während das Auftragsplus in der Sparte Netztechnik um 21.8 Prozent auf 5.96 Milliarden Euro kletterte. Der gesamte Auftragsbestand erreichte mit 146 Milliarden Euro einen neuen Höchstwert.
Die eigentliche Überraschung war allerdings die Profitabilität. Das bereinigte operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahr um 141 Prozent auf 1.16 Milliarden Euro. Die operative Marge hat sich auf 12.0 Prozent mehr als verdoppelt. Siemens Energy übertraf damit nicht nur sein eigenes Ziel von 9 bis 11 Prozent, sondern auch die Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn hat sich im Vergleich zum Auftaktquartal des Vorjahrs auf 746 Millionen Euro sogar beinahe verdreifacht, was auch daran lag, dass das seit Jahren schwächelnde Windturbinengeschäft Siemens Gamesa seine Verluste deutlich reduzieren konnte.
Für das Geschäftsjahr 2026 geht Siemens Energy davon aus, dass sich die derzeit positiven Trends im Energiesektor fortsetzen werden. Der Strombedarf und der Bedarf an Modernisierung und Ausbau der elektrischen Infrastruktur dürften weiter steigen. Diese Entwicklung wird voraussichtlich durch den steigenden Primärenergiebedarf, den höheren Elektrifizierungsgrad, die fortschreitende Digitalisierung der Industrie und den Anteil erneuerbarer Energien sowie insbesondere durch das starke Wachstum von Rechenzentren getrieben. Der Markt hatte vor diesem Hintergrund bereits positiv auf die Investitionspläne von Alphabet und Amazon reagiert. Während die Google-Mutter Alphabet im laufenden Jahr Investitionen in neue Rechenzentren in Höhe von 175 bis 185 Milliarden US-Dollar plant, peilt der Onlinehändler Amazon sogar Investitionen von gut 200 Milliarden Dollar an.
Seine Ziele für das Geschäftsjahr 2026 hatte der Konzern bereits im November verkündet. Siemens Energy peilt ein vergleichbares Umsatzwachstum (ohne Währungseffekte und Portfolioeffekte) zwischen 11 und 13 Prozent und eine Gewinnmarge vor Sondereinflüssen zwischen 9 und 11 Prozent an. Das Nettoergebnis soll zwischen 3 und 4 Milliarden Euro liegen.
Die Aktie erreichte heute im frühen Handel bei 160.15 Euro ein neues Rekordhoch. Das Plus seit Jahresanfang beträgt damit bereits wieder mehr als 33 Prozent, nachdem das Papier im Jahr 2025 bereits um gut 139 Prozent in die Höhe geschossen war. In diesem Tempo wird es aller Voraussicht nach aber nicht weitergehen. Die Aktie bleibt dennoch interessant, zumal die Wachstumsstory intakt bleibt. Solange die Big-Tech-Konzerne weiter Milliarden in neue Rechenzentren für KI-Anwendungen investieren, so lange wird auch der Bedarf an Strom und Netztechnik steigen. Kurzfristig erscheint das Aufwärtspotenzial der Aktie begrenzt, doch dürfte sie auf Sicht einiger Monate noch Luft nach oben haben. Der aktuell bei 133.93 Euro verlaufende 38-Tage-Durchschnitt sollte aber nicht unterschritten werden.
