Thyssenkrupp: Konzernumbau schreitet voran

Mit einem Kurszuwachs von gut 49 Prozent seit Jahresanfang gehört die Aktie von Thyssenkrupp zu den Top-Performern im deutschen Nebenwerte-Index MDAX in diesem Jahr. Der Industriekonzern hat schwere Zeiten hinter sich, doch stehen die Zeichen auf Besserung. Der Konzernumbau schreitet voran – für die schwächelnde Stahlsparte hat sich jüngst ein Kaufinteressent herauskristallisiert. Für Stabilität sorgt die Rüstungstochter TKMS, deren Auftragsbücher prall gefüllt sind. Zahlreiche Analysten haben jüngst ihre Kursziele für die Thyssenkrupp-Aktie erhöht.

Die Aktie von Thyssenkrupp kletterte jüngst bei 14.06 Euro auf ein 7-Jahres-Hoch. Der Markt honorierte die jüngsten Quartalszahlen und Fortschritte bei der strategischen Neuausrichtung des Konzerns. Von April bis Juni – bei Thyssenkrupp das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahrs – steigerte der Industriekonzern seine Umsätze im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf 8.8 Milliarden Euro. Der Konzern verwies dabei vor allem auf die positive Entwicklung der Sparten Materials Services, Steel Europe und Marine Systems. Das bereinigte EBIT kletterte um 18 Prozent auf 183 Millionen Euro. Unter dem Strich stand erstmals seit Längerem wieder ein Gewinn zu Buche – nach einem Verlust von 255 Millionen Euro im Vorjahr erzielte Thyssenkrupp nun einen Gewinn von 34 Millionen Euro.

Geholfen hat hier allerdings der Verkauf der Anteile an den Hüttenwerken Krupp Mannesmann an Salzgitter, der einen Buchgewinn von 131 Millionen Euro einbrachte. Mit den guten Zahlen präzisierte der Konzern seine Jahresprognose und peilt beim bereinigten EBIT für das Gesamtjahr nun einen Wert zwischen 600 und 900 Millionen Euro an, nach zuvor 500 bis 900 Millionen Euro. Der Konzern wies jedoch darauf hin, dass er das obere Ende des Zielkorridors anpeilt.

Auf der anschliessenden Hauptversammlung genehmigten die Aktionäre zudem die Abspaltung des Segments Materials Services, das künftig unter dem Namen „tk accelis“ eigenständig an der Börse agieren wird. Thyssenkrupp bleibt mit 51 Prozent Mehrheitsaktionär der neuen Gesellschaft. Aktionäre erhalten für je 20 Thyssenkrupp-Aktien eine Aktie der tk accelis Group.

Für zusätzliche Kursfantasie sorgte jüngst die Meldung, dass der indische Unternehmer Naveen Jindal, Chef von Jindal Steel, ein unverbindliches Kaufangebot für eine 60-prozentige Beteiligung an Thyssenkrupp Steel Europe vorgelegt hat. Eine Prüfung der Bücher soll bis zum Jahresende laufen, sodass ein möglicher Abschluss frühestens ab Januar 2027 denkbar wäre. Mit dem Jindal-Angebot bekommt die Neuausrichtung der Stahlsparte erstmals einen konkreten, finanziell unterlegten Interessenten.

Neben der Stahlsparte sorgt auch die Marinetochter TKMS für positive Schlagzeilen. Ein Rüstungsgeschäft über sechs konventionelle U-Boote für die indische Marine im Volumen von rund 7.3 Milliarden US-Dollar steht Medienberichten zufolge kurz vor der finalen Genehmigung durch das indische Sicherheitskabinett. Bereits zuvor hatte die Werfttochter einen Rekord-Auftragsbestand vermeldet und wurde als bevorzugter Bieter für das U-Boot-Erneuerungsprogramm der kanadischen Marine ausgewählt. Mit einem Auftragsbestand von mehr als 20 Milliarden Dollar sorgt die Tochter im Gesamtkonzern für Stabilität.

Thyssenkrupp – Stand: 26.08.2026 Quelle: investing.com

Trading-Ideen zu Thyssenkrupp

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Die Thyssenkrupp-Aktie hat derzeit einen Lauf und notiert seit Jahresanfang bereits um beinahe 50 Prozent vorne. Geht es nach den Analysten der DZ Bank, könnte die Aktie zunächst bis auf 16 Euro steigen. Optimistischer zeigten sich die Analysten der Citigroup, die der Aktie sogar Potenzial bis 20 Euro zutrauen. Und die Analysten der Bank of America erhöhten das Kursziel in der vergangenen Woche sogar auf 22 Euro. Die Analysten trauen der Aktie somit eine Fortsetzung der jüngsten Aufwärtsbewegung zu.

Erst in der vergangenen Woche kletterte die Aktie über das Oktober-Hoch bei 13.35 Euro, das bis dato ein 6-Jahres-Hoch markierte. Im Anschluss ging es sogar bis auf 14.06 Euro aufwärts, was das höchste Niveau seit Mai 2019 war, ehe kräftige Gewinnmitnahmen einsetzten. Damals erholte sich die Aktie nach einer heftigen Abwärtsbewegung bis auf 14.46 Euro. Kann diese Hürde gemeistert werden, eröffnet sich enormes Aufwärtspotenzial. Erste signifikantere Hindernisse tauchen bei 16.57 respektive 17.35 Euro auf. Auf der Unterseite sollten das Oktober-Hoch bei 13.35 Euro, das Zwischenhoch vom Juli bei 12.48 Euro und die aktuell bei 12.44 Euro verlaufende 38-Tage-Linie für Unterstützung sorgen.

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