WTI Light: Ölpreise stecken OPEC-Erhöhung locker weg

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran hat die Ölpreise zuletzt stark beeinflusst. Nach einem kräftigen Anstieg haben sich die Preise für das „schwarze Gold“ inzwischen wieder auf ein ähnliches Niveau wie vor dem Konflikt eingependelt. Der Markt schaut somit aktuell wieder stärker auf die fundamentale Situation am Ölmarkt als auf die geopolitischen Risiken. Die OPEC+ fährt ihre Produktion derzeit hoch, was der Markt aufgrund der traditionell höheren Nachfrage in den Sommermonaten aktuell gut zu verkraften scheint. Doch es gibt durchaus Gefahren, dass der Markt im Herbst deutlich überversorgt sein könnte.

Es ist erst wenige Wochen her, da kletterte der Preis für leichtes Öl der US-Sorte WTI auf ein 5-Monats-Hoch bei 78.40 US-Dollar nach oben. Grund war der Konflikt zwischen Israel und dem Iran, der sich sogar in eine kurze militärische Auseinandersetzung ausweitete. Inzwischen haben beide Länder jedoch eine Friedensvereinbarung getroffen, und der WTI-Preis hat sich wieder knapp unterhalb der 70-Dollar-Marke eingependelt. Aktuell bestimmen somit wieder Fundamentaldaten die Situation am Ölmarkt.

Um die Ölpreise stabil zu halten, haben 2023 einige Ölförderländer des Interessenverbands OPEC+ beschlossen, ihre Ölproduktion freiwillig um knapp 2.3 Millionen Barrel pro Tag zu reduzieren. Und diese Produktionskürzung wird seit Mai dieses Jahres von den betroffenen Ländern wieder zurückgenommen. Die Länder hatten geplant, die Kürzung bis Ende 2026 schrittweise um monatlich 137’000 Barrel pro Tag zurückzunehmen. Doch aufgrund der sich bessernden Marktsituation hatten die Länder die Produktion im Mai dann kurzfristig um 411’000 Barrel pro Tag erhöht. Um die gleiche Menge erhöhten die Länder dann auch ihre Produktion für die Monate Juni und Juli. Am zurückliegenden Wochenende beschlossen die Länder dann sogar eine Erhöhung um 548’000 Barrel pro Tag für August. Die verbleibenden 548’000 Barrel der Förderkürzung könnten dann bereits im September zurückgenommen werden, womit die Rücknahme der gesamten Förderkürzung mehr als ein Jahr früher als geplant abgeschlossen wäre.
Rohstoff im Fokus - WTI Crude Oil_BXSwiss
Stand: 10.07.2025; Quelle: investing.com
Das Überraschende daran: Der Markt hat die Produktionserhöhung bisher überaus gut weggesteckt, was sogar zahlreiche Analysten überrascht. Zum einen trifft das erhöhte Angebot in den Sommermonaten traditionell auf eine erhöhte Nachfrage, insbesondere aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Kraftstoffen für den Reiseverkehr und den Urlaub. Hinzu kommt eine weiterhin recht gut laufende US-Wirtschaft sowie eine sich möglicherweise erholende Wirtschaft in Europa. Doch spätestens im September verlieren einige Effekte an Dynamik, weshalb im Herbst durchaus eine Überversorgung am Markt droht.

Aus charttechnischer Sicht bietet sich kurzfristig jedoch eine vielversprechende Situation. Klammert man den jüngsten konfliktbedingten Ausreisser nach oben mal aus, scheint der WTI-Preis zuletzt auf der Unterseite am 38-Tage-Durchschnitt Halt gefunden zu haben. Aktuell unternimmt der Ölpreis sogar einen Versuch, den aktuell bei 68.18 Dollar verlaufenden 200-Tage-Durchschnitt zu überqueren. Gelingt dies, könnte das April-Hoch bei 72.28 Dollar angesteuert werden, ehe das jüngste Rally-Hoch bei 78.40 Dollar durchaus wieder ein Thema werden könnte. Problematisch könnte es hingegen werden, wenn die aktuell bei 65.94 Dollar verlaufende 38-Tage-Linie unterschritten wird. Sollte auch das jüngste Zwischentief bei 64.00 Dollar nicht für Halt sorgen, könnten sogar das Mai-Tief bei 55.30 Dollar sowie das April-Tief bei 55.12 Dollar noch einmal in den Fokus rücken.

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